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Begleitungen - Einführung

Geh nicht vor mir her
Ich kann dir nicht folgen,
denn ich suche meinen eigenen Weg

Geh nicht hinter mir her
Ich bin gewiss kein Leiter

Bitte bleibe an meiner Seite
Und sei nichts als ein Freund
Und – mein Begleiter

Nach: Albert Camus


Manchmal fragen schwerkranke Menschen nach unserer Gegenwart, manchmal sind es die Zugehörigen (Angehörige und Freunde), die uns bitten.
So haben unsere Begleitungen verschiedene Gesichter, verschiedene Zeiträume, verschiedene Inhalte. Entsprechend der Bitte von Camus orientieren sie sich an den individuellen Bedürfnissen der schwerkranken Menschen und ihrer Zugehörigen.

Es gibt Begleitungen, die nur Stunden dauern, z.B. weil der pflegende Angehörige einfach mal schlafen möchte/ muss…… und der Tod steht in der Tür.

Es gibt Begleitungen, denen eine längere gemeinsame Wegstrecke eigen ist, mit wachsendem Vertrauen untereinander. Da kann es geschehen, dass Angehörigen oder dem Begleiter ein Lebensgeheimnis noch offenbar wird, was den sterbenden Menschen erleichtert.

Es gibt Begleitungen, die sich in einem intensiven Gespräch erfüllen, das den Beteiligten wieder Kraft gibt, miteinander die letzte Wegstrecke zu gehen, weil sie zu einer Klärung gefunden haben.

Manchmal finden pflegende Angehörige aus ihrer Erschöpfung heraus, weil ihnen jemand endlich einmal wirklich zuhört.

Es gibt Begleitungen, die ausklingen, weil der Schwerkranke wieder gesund wird.

Manchmal stehen erstmal ganz praktische Hilfeleistungen im Vordergrund:
ganz kleine Dinge, die für schwerkranke Menschen existentiell wichtig werden, wie das Laken glatt ziehen oder eine Wärmflasche machen.

Auch das gemeinsame Schweigen, zur Ruhe kommen, in sich selbst stille werden, ist eine Erfahrung, die wir manchmal teilen dürfen.

Oder es ist der Wunsch, nicht allein zu sein den wir erfüllen können, damit die Angehörigen ihren eigenen Angelegenheiten nachgehen können,
oder wir bewachen den erschöpften Schlaf des Kranken, bis die Angehörigen wieder nach Hause kommen.